80 Jahre ist es her: Der Neustart im Oktober 1945

Nach der Nazi-Herrschaft war die österreichische Freimaurerei fast zerstört. Fast – aber doch nicht ganz. Schon bald trafen sich in Kärnten und in Wien Brüder, die den Wiederaufbau in die Hand nahmen. 80 Jahre später haben die Logen das im Oktober 2025 gefeiert.

Während nach der Ausrufung der Republik 1918 nur wenige Tage vergingen bis die österreichischen Freimaurer eine Großloge gründen konnten, dauerte nach dem Zweiten Weltkrieg alles länger: ein halbes Jahr. Klar, anders als 1918 war jetzt so viel zerstört. Und vor allem: Die Nazis hatten die Freimaurerei beinahe ausradiert. Verboten. Vertrieben. Ermordet. 

Nur noch wenige von einstmals mehr als tausend Brüdern waren noch da. Doch diese wenigen nahmen die Sache in die Hand. In Kärnten trafen sich einige schon im Juni, und einen Monat danach in Wien immerhin 48 Brüder. Im Oktober kam es dann unter Mithilfe englischer Besatzungsoffiziere zur Wiedergründung einer Kärntner Loge. Und in Wien konnte ebenfalls im Oktober die Großloge reaktiviert werden: mit Bewilligung der Vereinsbehörde und in der Folge auch des Alliierten Rats. Im selben Monat fanden an beiden Orten auch die ersten rituellen Arbeiten statt. Jedoch: Man wusste nichts voneinander. Nach dem Krieg waren alle Verbindungen unterbrochen. Es dauerte Monate bis sie wieder einigermaßen funktionierten.

Das Foto zeigt das damalige Logenhaus in der Dorotheergasse wenige Jahre nach dem Krieg im zerbomben Wien. In mühevoller Kleinarbeit musste es wieder benutzbar gemacht werden. 80 Jahre danach gedachten die Großloge und ihre Logen in einer festlichen Zusammenkunft dieses Neuanfangs. Und mehrere Kärntner Brüder reisten nach London, um sich noch einmal für die Hilfe 1945 zu bedanken.

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