Vom rauen Stein am Wiener Logenhaus

Ein Wegweiser zu dem, was Freimaurerei will: Statt eines Namensschilds der Großloge hängt am Haus Nr. 3 in der Wiener Rauhensteingasse oberhalb des Eingangs ein grober kubische geformter Stein. In unserer Sprache ist das der „raue Stein“, eines der wichtigsten Freimaurersymbole. Es steht für das eigentliche Ziel der Freimaurer: aus dem rohen Stein, der man selbst ist, einen „behauenen“ zu machen, also einen vollkommeneren Stein.

Die Metapher vom rauen Stein, den der Freimaurer zu verschönern hat, spielt in der masonischen Symbolwelt eine große Rolle, bringt sie doch das, was Freimaurerei letztlich sein soll und im Idealfall auch ist, auf den Punkt: Es geht darum, durch die vom gemeinsamen freimaurerischen Ritual unterstützte Arbeit an sich selbst ein besserer Mensch zu werden. Dieses „an sich selbst“ ist besonders wichtig: Im Gegensatz zu häufigen alltäglichen Verhaltensweisen geht es nicht darum, die Anderen zu verbessern, sondern sich selbst. Aber wie jeder weiß, ist so ein Stein ziemlich hart: Es geht daher nur millimeterweise; aber es geht.

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