Europa zu Gast in Österreich

Juni 2016: Internationaler Großlogentag in Wien. Vertreter von dreiunddreißig Großlogen aus aller Herren Länder folgten Anfang des Monats unserer Einladung und kamen für zwei Tage nach Wien; die meisten aus europäischen Staaten. Einundzwanzig Großlogen waren sogar durch ihre jeweiligen Großmeister vertreten, allen voran der amtsführende Großmeister der ‚United Grandlodge of England’: Pro Grandmaster Peter Lowndes. Die Großlogen der einzelnen Länder sind zwar völlig autonom; keine steht über der anderen. Dennoch gilt die englische Großloge, die vor dreihundert Jahren gegründet wurde und damit die älteste der Welt ist, als beispielgebend: nicht in den vielen Details des freimaurerischen Alltags, sondern wie sie ihre freimaurerischen Grundsätzen versteht und lebt. Daran orientieren wir uns genau so wie alle anderen Großlogen, die zu dieser Familie gehören.

Auf dem Programm des Großlogentages standen: eine gemeinsame freimaurerisch-rituelle Arbeit, ein ausgiebiger Meinungs- und Erfahrungsaustausch in größeren und kleineren Diskussionsrunden, ein festliches Dinner und natürlich ein Heuriger. Wie bei jeder internationalen Konferenz ging es auch hier nicht nur um die unmittelbare, formalisierte Begegnung, sondern vor allem auch um das gegenseitige Kennenlernen zur anhaltenden Erleichterung der informellen Kommunikation über alle Grenzen hinweg.

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Das Ritual mit allen Insignien einer besonders festlichen Freimaurerarbeit im Dachgeschoß des Wiener Logenhauses: In der Mitte der sogenannte „Hammerführende“, also der Vorsitzende, in diesem Fall der österreichische Großmeister Georg Semler. In seiner Begrüßung der ausländischen Gäste betonte er das traditionelle Selbstverständnis der ‚Großloge von Österreich’ als Brückenbauerin. Als eine der ältesten Großlogen im Herzen Europas sei es ihr immer ein Anliegen gewesen, zwischen unterschiedlichen freimaurerischen Strömungen zu vermitteln und Freimaurer über alle Grenzen hinweg zusammen zu bringen. Durch den Fall des Eisernen Vorhangs und die Neuordnung Europas seien die Österreicher in den letzten Jahren besonders gefordert gewesen: Die jungen osteuropäischen Großlogen brauchten Unterstützung aus dem Ausland, und „wir waren glücklich helfen zu können. Die Großloge von Österreich war ganz vorne mit dabei.“

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Ansprache des englischen Pro Grandmasters Peter Lowndes: Er bedankte sich im Namen aller Gäste für die Einladung und überbrachte die besonderen Grüße seines Großmeisters, des Herzogs von Kent (ein Cousin Königin Elisabeths). Auch er erinnerte in seiner Rede daran, wie sehr sich die Freimaurerei in Europa seit 1990 durch die Ostöffnung und die vielen neuen Staaten verbreitert hat. 1990 habe es in Europa 18 von der Vereinigten Großloge von England anerkannte Großlogen gegeben, jetzt seien es 47. Natürlich habe diese Expansion auch zu Spannungen und Problemen geführt, aber das meiste sei durch die Bedachtnahme auf freimaurerische Prinzipien und den guten alten Hausverstand gelöst worden.

Details zum grundsätzlichen Verständnis des freimaurerischen Rituals weiter oben auf dieser Website in der Rubrik WIR FREIMAURER.

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Ganz ohne Insignien: Eine der Konferenzen zum Austausch unterschiedlicher Meinungen und Erfahrungen.

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Festliches Dinner gemeinsam mit ebenfalls angereisten Ehefrauen und Partnerinnen.

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Und schließlich noch eine lustige Tour zum Heurigen nach Grinzing in historischen Straßenbahnwaggons, Baujahr 1928. Das ist ziemlich lange her. Und dennoch war die junge österreichische Großloge damals schon zehn Jahre alt. Die neugegründete Republik und deren modernes Vereinsrecht hatten es 1918 möglich gemacht. Mehr darüber weiter oben auf dieser Website in der Rubrik DIE GROSSLOGE.

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