Archiv für Februar, 2017

„Die Arbeit an sich selbst …“

… so der Großmeister der ‚Großloge von Österreich‘, Georg SEMLER, in der ORF-Fernsehsendung ‚erLesen’ auf die Frage von Moderator Heinz SICHROVSKY nach dem Sinn der Freimaurerei.

SEMLER: „Der Sinn liegt in der Arbeit an sich selbst durch jeden einzelnen Bruder, der Arbeit an der eigenen Persönlichkeit in Richtung unserer Grundwerte wie Humanität und Toleranz.“

SICHROVSKY: „Welche Erfolgsaussichten hat so etwas?“

SEMLER: „Man soll nichts unversucht lassen. Das gemeinsame Erleben im freimaurerischen Ritual hilft dabei. Es wirkt einerseits emotional indem es Geborgenheit und Vertrauen schafft, und andererseits intellektuell durch Vorträge, die dann durchaus kontrovers diskutiert werden können. Dabei liegt der Gewinn für den Einzelnen in der Erkenntnis, dass ein und dasselbe Thema ganz unterschiedlich betrachtet werden kann, dass es immer eine Vielfalt möglicher Antworten gibt.“

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SICHROVSKY: „Und was ist mit den Strategien zur Förderung der beruflichen Karriere oder der Geschäfte? Man liest immer wieder, die Freimaurer schieben einander die Posten zu?“

SEMLER: „Wenn das ein Mitglied erwartet, könnte ich ihm nur sagen, dafür gibt es viel besser geeignete Institutionen; bei uns wirst du schreckliche Enttäuschungen erleben. Die Freimaurerei richtet sich an den Einzelnen, an sein Gewissen, an seinen Intellekt, an seinen Charakter. Er soll sich durch die Impulse, die er bei uns erfährt, weiter entwickeln können. Das ist das einzige Anliegen der Freimaurerei.“

Dies ist eine kleine Auswahl dessen, was am 31. Jänner 2017 in der Sendung ‚erLesen’ im Kultur- und Informationsprogramm ORFIII zu hören war. Die Fragen und Antworten sind leicht gekürzt. Eingeladen wurde der Großmeister wegen der bevorstehenden 300-Jahr-Feiern überall auf der Welt in Erinnerung an die Gründung der ersten Großloge in London im Jahr 1717. Weitere Gäste waren die Buchautoren Andreas Englisch, Johannes Huber und Anneliese Rohrer. Außer um die Freimaurerei ging es um die Kirche, auch um deren Verhältnis zur Freimaurerei; um Politik und um so weitreichende Fragen wie die evolutionäre Zukunft des Menschen.

Bei YouTube kann man die ganze Sendung nachsehen (45 Minuten): TV-Sendung ‚erLesen‘ 31.1.17

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„Mozart und seine Wiener Netzwerke“

Das ist der Titel einer Ausstellung im Wiener Mozarthaus. Viele der Freunde und Förderer Mozarts waren Freimaurer, nachdem er 1781 von Salzburg nach Wien übersiedelt war. Und auch er selbst trat 1784 der Loge ‚Zur Wohltätigkeit‘ bei. Für seine Brüder komponierte er Freimaurermusik im engeren Sinn (Beispiel: Freimaurerkantaten) und im weiteren Sinn (etwa die Zauberflöte). Bis zu vierzig Prozent des Publikums in seinen Konzerten waren Logenmitglieder, berichtet Manfred Wagner, der Kurator der Ausstellung. Männer der Aufklärung waren das mit Beziehungen bis ganz hinauf zu Kaiser Joseph II. Sie hatten vor allem eines im Sinn: Sie wollten die Welt mit ihren neuen Ideen verbessern, also mussten sie diese unter die Leute bringen.

Typisch für Wien war, dass dies mit Hilfe der Kunst versucht wurde. Die Wiener Klassik war dafür die ideale Bühne, „die Sonaten und Sinfonien mit ihren dialektischen Themen und deren Diskussion in der Durchführung, die Inklusion des Tanzes in die Struktur, die Konfrontation von Individuum und Kollektiv im Instrumentalkonzert und schließlich die Oper, die an Menschenmodellen darstellte, was gelebte Aufklärung bedeutete“ (Manfred Wagner). In diesem hochkonzentrierten Netzwerk von Freimaurern und Nichtfreimaurern bewegte sich Mozart. Das fiel ihm nicht schwer. Angeleitet von seinem Vater scheute er schon als Kind keine Kontakte zu Künstlern, Intellektuellen, Verlegern, reichen Bürgern oder Adeligen.

Dies ist das Thema der Ausstellung „Mozart und seine Wiener Netzwerke. Ein Querschnitt“ im Mozarthaus in der Wiener Domgasse 5 gleich hinter dem Stephansdom. Sie dauert bis Mitte Jänner 2018. Eintritt 11 Euro.

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In der Ausstellung zu sehen: Kaiser Joseph II. am Spinett mit zwei seiner Schwestern, Josef Hauzinger, 1778. – Und rechts davon das berühmte unvollendete Bild „Mozart am Klavier“, gemalt von Joseph Lange, 1789. Lange (1751 bis 1831) war Mozarts Schwager. Sie kannten einander sehr gut, und es ist „vermutlich auch symbolisch richtig, dass das Ölgemälde nicht mehr vollendet wurde.“ (Manfred Wagner). Mozart starb zwei Jahre später im Alter von 35 Jahren. Foto: Mozarthaus Vienna/Eva Kelety

Link zum Mozarthaus

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