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„Mozart und seine Wiener Netzwerke“

Das ist der Titel einer Ausstellung im Wiener Mozarthaus. Viele der Freunde und Förderer Mozarts waren Freimaurer, nachdem er 1781 von Salzburg nach Wien übersiedelt war. Und auch er selbst trat 1784 der Loge ‚Zur Wohltätigkeit‘ bei. Für seine Brüder komponierte er Freimaurermusik im engeren Sinn (Beispiel: Freimaurerkantaten) und im weiteren Sinn (etwa die Zauberflöte). Bis zu vierzig Prozent des Publikums in seinen Konzerten waren Logenmitglieder, berichtet Manfred Wagner, der Kurator der Ausstellung. Männer der Aufklärung waren das mit Beziehungen bis ganz hinauf zu Kaiser Joseph II. Sie hatten vor allem eines im Sinn: Sie wollten die Welt mit ihren neuen Ideen verbessern, also mussten sie diese unter die Leute bringen.

Typisch für Wien war, dass dies mit Hilfe der Kunst versucht wurde. Die Wiener Klassik war dafür die ideale Bühne, „die Sonaten und Sinfonien mit ihren dialektischen Themen und deren Diskussion in der Durchführung, die Inklusion des Tanzes in die Struktur, die Konfrontation von Individuum und Kollektiv im Instrumentalkonzert und schließlich die Oper, die an Menschenmodellen darstellte, was gelebte Aufklärung bedeutete“ (Manfred Wagner). In diesem hochkonzentrierten Netzwerk von Freimaurern und Nichtfreimaurern bewegte sich Mozart. Das fiel ihm nicht schwer. Angeleitet von seinem Vater scheute er schon als Kind keine Kontakte zu Künstlern, Intellektuellen, Verlegern, reichen Bürgern oder Adeligen.

Dies ist das Thema der Ausstellung „Mozart und seine Wiener Netzwerke. Ein Querschnitt“ im Mozarthaus in der Wiener Domgasse 5 gleich hinter dem Stephansdom. Sie dauert bis Mitte Jänner 2018. Eintritt 11 Euro.

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In der Ausstellung zu sehen: Kaiser Joseph II. am Spinett mit zwei seiner Schwestern, Josef Hauzinger, 1778. – Und rechts davon das berühmte unvollendete Bild „Mozart am Klavier“, gemalt von Joseph Lange, 1789. Lange (1751 bis 1831) war Mozarts Schwager. Sie kannten einander sehr gut, und es ist „vermutlich auch symbolisch richtig, dass das Ölgemälde nicht mehr vollendet wurde.“ (Manfred Wagner). Mozart starb zwei Jahre später im Alter von 35 Jahren. Foto: Mozarthaus Vienna/Eva Kelety

Link zum Mozarthaus

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Katholische Rosen

Unser Jubiläumsjahr fing gut an: mit einer Anerkennung von prominenter katholischer Seite. In seiner Neujahrsansprache würdigte der Kardinal von Prag, Dominik Duka, zuerst das diesjährige Luther-Jubiläum: 500 Jahre Thesenanschlag in Wittenberg. Und dann ganz überraschend auch das Jubiläum der ältesten Großloge, der Großloge von London. Sie wird heuer 300 Jahre alt, ein Ereignis, das in der ganzen Freimaurerwelt gefeiert wird.

Ins Deutsche übertragen sagte der Kardinal: „Zweihundert Jahre nach Martin Luther, im Jahr 1717, hegten in London spirituelle und intellektuelle Denker Zweifel, dass man die Welt nur mit dem Glauben auf der Grundlage der Bibel verbessern könne. Das war die Gesellschaft der Freimaurer. Sie reagierten auf die Lage nach dem 30-jährigen Krieg, der eine große Katastrophe war, vor allem auch für Mitteleuropa. Und sie sahen, dass die Zukunft zwar in den Händen des Weltarchitekten liegt, also des Schöpfers, dass sie aber ebenso von der Vernunft und der Toleranz der Menschen abhängt.“

Angesichts vieler Reibereien, die es in der Geschichte zwischen der Katholischen Kirche und der Freimaurerei gab, ist das eine bemerkenswerte Klarstellung durch einen ranghohen katholischen Würdenträger.

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Freimaurer-Dichtung aus vier Jahrhunderten

Heinz Sichrovsky (Hg.) – Als ich König war und Maurer – Eine Anthologie mit 90 Portraits von Oskar Stocker.

Zehn Jahre lang sammeln, sichten und sortieren – das Ergebnis von Sichrovskys Arbeitsfleiß kam im November 2016 auf den Büchermarkt: 600 Seiten Dichtung von Freimaurern entweder für den Logengebrauch oder durch Gegenstand, Symbolik und Wortwahl mit der Freimaurerei verbunden; vor allem Lyrik, hundert Seiten sind aber auch Prosa.

Große Namen wie Lessing, Goethe, Claudius, Heine, Puschkin, Tucholsky oder Rudyard Kipling sind darunter, alle waren Logenmitglieder; aber auch weniger geläufige wie Blumauer, Schönwiese oder Stephan Eibel-Erzberg. Zusammen sind es 124 Texte von 90 Autoren aus 21 Ländern.

Der ebenso überraschend wie sinnig gewählte Buchtitel ist aus der Nachdichtung von ‚The Palace‘ des englischen Dichters Rudyard Kipling (1865 bis 1936): When I was a King and a Mason …

Auf den ersten zwanzig Seiten des Buches erklärt Sichrovsky auch das Wesen der Freimaurerei und ihre Beziehung zur Literatur.

Viele Bücher sind heutzutage für eine Saison geschrieben. Wenige halten sich einige oder mehr Jahre lang. Dieses Buch hat das Zeug zu einem Longseller.

Heinz Sichrovsky ist ein Wiener Kulturjournalist und Fernsehmoderator. Sein Buch erschien im Innsbrucker Studienverlag und kostet 29,90 Euro.

Wer mehr wissen will: Hier im Freimaurer-Wiki

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Restitution von Nazi-Raubgut

Bayern übergab historische Bücher an die ‚Großloge von Österreich’.

Es sind zwar nur 27 Bücher, welche die Bayerische Staatsbibliothek am 16. September 2016 restituierte, aber diese Bände haben für die ‚Großloge von Österreich’ erheblichen Wert. Nicht nur einen historischen, weil einige immerhin aus den 1780iger Jahren stammen, als Bruder Mozart seine weltberühmte Freimaurermusik komponierte. Sie haben darüber hinaus auch einen ideellen Wert, sind sie doch ein weiteres Stück Wiedergutmachung nach dem Nazi-Terror, der 1938 auch die österreichische Freimaurerei vernichtete. Hitlers SS sperrte damals alle Logen zu, führende Freimaurer wurden verhaftet und alle mobilen Besitztümer abtransportiert; auch die zum Teil kostbaren alten Bücher.

Die wertvolle Bibliothek landete danach zerstreut im Irgendwo: große Teile in der Wiener Nationalbibliothek, die sie schon bald nach dem Krieg zurückgab. Manche Bücher fanden ihren Weg auch in die Bayerische Staatsbibliothek. Diese fahndet seit 2003 in ihren Beständen nach NS-Raubgut gemäß der Verpflichtung, die in Deutschland alle öffentlichen Institutionen „zur Auffindung und zur Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgutes“ eingegangen sind. 459 Bücher wurden gefunden, die Freimaurerlogen gehören; davon 27 der ‚Großloge von Österreich‘ und der Wiener Loge ‚Zukunft‘.

Feierliche Übergabe im Wiener Großlogenhaus durch Stephan Kellner (rechts) von der Bayerischen Staatsbibliothek an Großmeister Georg Semler:

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Ein Beispiel aus dem Bayernpaket: Franz August von Etzel – „Beschreibung der Säkular-Feier der Aufnahme Friedrich des Großen, Königs von Preußen, in den Freimaurer-Bund“ – Berlin 1838. Auch der Preußenkönig war also ein Freimaurer, vielleicht ein Grund dafür, dass Maria Theresia die aufgeklärte Logenbewegung eher skeptisch wahrnahm. Ganz anders ihr Sohn Joseph II.: Er war ihr gewogen.

Weitere Details: Hier und hier

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Europa zu Gast in Österreich

Juni 2016: Internationaler Großlogentag in Wien. Vertreter von dreiunddreißig Großlogen aus aller Herren Länder folgten Anfang des Monats unserer Einladung und kamen für zwei Tage nach Wien; die meisten aus europäischen Staaten. Einundzwanzig Großlogen waren sogar durch ihre jeweiligen Großmeister vertreten, allen voran der amtsführende Großmeister der ‚United Grandlodge of England’: Pro Grandmaster Peter Lowndes. Die Großlogen der einzelnen Länder sind zwar völlig autonom; keine steht über der anderen. Dennoch gilt die englische Großloge, die vor dreihundert Jahren gegründet wurde und damit die älteste der Welt ist, als beispielgebend: nicht in den vielen Details des freimaurerischen Alltags, sondern wie sie ihre freimaurerischen Grundsätzen versteht und lebt. Daran orientieren wir uns genau so wie alle anderen Großlogen, die zu dieser Familie gehören.

Auf dem Programm des Großlogentages standen: eine gemeinsame freimaurerisch-rituelle Arbeit, ein ausgiebiger Meinungs- und Erfahrungsaustausch in größeren und kleineren Diskussionsrunden, ein festliches Dinner und natürlich ein Heuriger. Wie bei jeder internationalen Konferenz ging es auch hier nicht nur um die unmittelbare, formalisierte Begegnung, sondern vor allem auch um das gegenseitige Kennenlernen zur anhaltenden Erleichterung der informellen Kommunikation über alle Grenzen hinweg.

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Das Ritual mit allen Insignien einer besonders festlichen Freimaurerarbeit im Dachgeschoß des Wiener Logenhauses: In der Mitte der sogenannte „Hammerführende“, also der Vorsitzende, in diesem Fall der österreichische Großmeister Georg Semler. In seiner Begrüßung der ausländischen Gäste betonte er das traditionelle Selbstverständnis der ‚Großloge von Österreich’ als Brückenbauerin. Als eine der ältesten Großlogen im Herzen Europas sei es ihr immer ein Anliegen gewesen, zwischen unterschiedlichen freimaurerischen Strömungen zu vermitteln und Freimaurer über alle Grenzen hinweg zusammen zu bringen. Durch den Fall des Eisernen Vorhangs und die Neuordnung Europas seien die Österreicher in den letzten Jahren besonders gefordert gewesen: Die jungen osteuropäischen Großlogen brauchten Unterstützung aus dem Ausland, und „wir waren glücklich helfen zu können. Die Großloge von Österreich war ganz vorne mit dabei.“

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Ansprache des englischen Pro Grandmasters Peter Lowndes: Er bedankte sich im Namen aller Gäste für die Einladung und überbrachte die besonderen Grüße seines Großmeisters, des Herzogs von Kent (ein Cousin Königin Elisabeths). Auch er erinnerte in seiner Rede daran, wie sehr sich die Freimaurerei in Europa seit 1990 durch die Ostöffnung und die vielen neuen Staaten verbreitert hat. 1990 habe es in Europa 18 von der Vereinigten Großloge von England anerkannte Großlogen gegeben, jetzt seien es 47. Natürlich habe diese Expansion auch zu Spannungen und Problemen geführt, aber das meiste sei durch die Bedachtnahme auf freimaurerische Prinzipien und den guten alten Hausverstand gelöst worden.

Details zum grundsätzlichen Verständnis des freimaurerischen Rituals weiter oben auf dieser Website in der Rubrik WIR FREIMAURER.

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Ganz ohne Insignien: Eine der Konferenzen zum Austausch unterschiedlicher Meinungen und Erfahrungen.

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Festliches Dinner gemeinsam mit ebenfalls angereisten Ehefrauen und Partnerinnen.

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Und schließlich noch eine lustige Tour zum Heurigen nach Grinzing in historischen Straßenbahnwaggons, Baujahr 1928. Das ist ziemlich lange her. Und dennoch war die junge österreichische Großloge damals schon zehn Jahre alt. Die neugegründete Republik und deren modernes Vereinsrecht hatten es 1918 möglich gemacht. Mehr darüber weiter oben auf dieser Website in der Rubrik DIE GROSSLOGE.

Weitere Details: hier

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Über einen leidenschaftlichen Europäer

Endlich gibt es eine umfassende Arbeit über eine der interessantesten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts: Richard Coudenhove-Kalergi – visionärer Paneuropäer und Freimaurer. Der renommierte Zeithistoriker Walter Göhring hat in jahrelangen Recherchen Material aus zahlreichen Archiven über den Gründer der Paneuropa-Bewegung und unermüdlichen Kämpfer für ein vereintes Europa zusammengetragen. Göhring hat damit nicht nur eine Biografie über Richard Coudenhove-Kalergi geschrieben, sondern gleichzeitig die jahrzehntelangen (vergeblichen) Bemühungen um Einigkeit auf dem alten Kontinent, auch nach dem Tod des Paneuropa-Initiators, bis in die Gegenwart beleuchtet.

Friedensnobelpreisträger Alfred Hermann Fried, selbst Freimaurer in der Loge Sokrates und dann in der Loge Humanitas, hatte in Coudenhove-Kalergi einen jungen Mann erkannt, der mit seinen Idealen und weltoffenen Gedanken innerhalb der Freimaurerei wesentliche Beiträge für den Frieden in Europa liefern könnte. Aber erst nach Frieds Ableben wurde Richard Coudenhove-Kalergi im Dezember 1921 in der Loge Humanitas aufgenommen. Bereits viereinhalb Jahre später, im Mai 1926, suchte er jedoch um Deckung „aus Gründen der Politik“ (wie er schrieb) an.

Das Buch gibt tiefe Einblicke in das Privatleben Coudenhove-Kalergis, wobei der Autor auf die Beziehung zu den Freimaurern ausführlich eingeht. Breiten Raum nehmen auch die vielfältigen Kontakte zu herausragenden europäischen Persönlichkeiten ein, bei denen Coudenhove-Kalergi für seine Ideen warb – allen voran zum französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle und zum deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer.

Es ist ein Buch, das die Arbeit des großen Paneuropäers als wichtiger Impulsgeber würdigt und den der Autor beschreibt als „Mann der zweiten Linie, der sein Wissen im Sinne der Weiterentwicklung einer sich globalisierenden Welt an Entscheidungsträger weitergegeben und so Spuren hinterlassen hat“.

Walter Göhring: Richard Coudenhove-Kalergi. Verlag Kremayr & Scheriau, Wien 2016. ISBN 978-3-218-01047-4

Weitere Informationen über Richard Coudenhove-Kalergie: hier.

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Bekenntnisse

Der Schauspieler, Kabarettist und Freimaurer Wolfgang Bahro, bekannt als ziemlich böser Rechtsanwalt Dr. Jo Gerner in der gefühlt ewigen (seit 1992) RTL-Seifenoper ‚Gute Zeiten, Schlechte Zeiten’, gehört zu jenen Promis, die sich in der Öffentlichkeit gerne und bekenntnisfreudig outen. Jedenfalls immer wenn er gefragt wird: sei es in Fernseh-Talkshows oder in Printmedien. Bahro ist seit 2009 in einer Loge der deutschen Großloge „Zu den drei Weltkugeln‘.

„Ich bin für Toleranz und Menschlichkeit. Und die Frage, wie man diese Werte jeden Tag auf Neue umsetzen kann, hat mich beschäftigt. Darum bin ich Freimaurer geworden“, sagte Bahro in einem Interview mit der deutschen Bild-Zeitung. Und auf die Frage, wie sein Umfeld darauf reagierte: „Einige Menschen waren skeptisch. Ein paar Freunde hatten Vorurteile – aber die konnte ich aus dem Weg räumen.“

In einem anderen Interview mit demselben Blatt wurde er nach dem sogenannten freimaurerischen Geheimnis gefragt. Bahro: „Das einzige wirkliche Geheimnis der Freimaurer ist, dass sie keins haben.“ Bravo Bruder Wolfgang, nicht schlecht.

Mit einer Auflage von fast zwei Millionen ist die Bild-Zeitung die in Deutschland meistverkaufte Zeitung. Sie berichtet immer wieder einmal über die Freimaurer. Zu den beiden Interviews mit Wolfgang Bahro und einem weiteren Bild-Artikel geht es hier und hier und hier .

Wolfgang Bahro ist beileibe nicht der einzige Promi, der sich in der Öffentlichkeit als Freimaurer darstellt. Ein anderer ist zum Beispiel der österreichische Bau-Tycoon und Kunstmäzen Hans Peter Haselsteiner: hier. Auch der ehemalige österreichische Politiker und Bundeskanzler Fred Sinowatz hat es zu Lebzeiten so gehalten: hier. Oder der 2014 verstorbene Schauspieler und Äthiopienhelfer Karlheinz Böhm: hier.

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Rituale und Symbole

Symbole wie der Zirkel und das Winkelmaß: die wohl bekanntesten Freimaurerzeichen. Sie werden bei unseren regelmäßigen rituellen Zusammenkünften aufgelegt und sollen uns daran erinnern, worum es geht, nämlich um das Arbeiten an uns selbst: jeder Freimaurer für sich, ohne Druck und ohne Zensur von oben.

Dabei symbolisiert der Zirkel die ganz persönliche Humanität jedes Bruders, in die alle Menschen eingeschlossen sein sollen. Und der rechte Winkel steht für Recht, Gerechtigkeit und Redlichkeit. Diese uralten Symbole werden überall verstanden. Im Gegensatz zu penibel formulierten Normen bieten sie die Möglichkeit individueller Interpretation und Anpassung an die Veränderungen des Lebens.

Über diese Zusammenhänge, über Rituale und Symbole, hat sich ein Bruder aus dem nahen Bayern interessante Gedanken gemacht und diese in einem kurzen Essay niedergeschrieben. Hier: Rituale, Symbole und Mythen

Aus dem Essay zitiert: „Symbolisierung ist die Leistung des menschlichen Denkens schlechthin, denn sie ist das, was Kultur ermöglicht. Im Symbol schafft sich der Mensch einen Abstand zu seiner Gemütsverfassung, weil eine Abstraktion vom Sinneseindruck möglich ist. … Daraus ergibt sich dann das, was wir Sinn oder Sinnstiftung nennen.“

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Bruder Mowgli

Das Dschungelbuch ist Kult: vor allem auch wegen des legendären Walt-Disney-Film aus dem Jahr 1967. Mitte April 2016 läuft in den Kinos eine Neuverfilmung des zeitlosen Klassikers an: die Geschichte vom Findelkind Mowgli, das im Urwald bei Wölfen aufwächst; diesmal kein Zeichentrickfilm sondern ein Realfilme auch für Erwachsene.

Der britische Autor und Nobelpreisträger Rudyard Kipling schrieb den ewigen Bestseller vor mehr als hundert Jahren. Er war Freimaurer, und das ist in vielen seiner Werke zu spüren: so auch im Dschungelbuch.

Heinz Sichrovsky, ein Wiener Kulturjournalist, beschreibt das in seinem Buch „Mozart, Mowgli, Sherlock Holmes – Die Königliche Kunst in Musik und Dichtung der Freimaurer“ im Detail: „Was passiert da? Ein verirrtes, von einem Tiger gejagtes Kind, kaum erst des Gehens mächtig, sucht instinktiv Schutz bei einer Wolfsfamilie. Die will den Knaben Mowgli gern ins ‚freie Volk der Wölfe’ aufnehmen, aber die Wölfe nehmen nicht jeden auf … In den ‚Dschungelbüchern’ mischt Kipling, wie es seine Gepflogenheit ist, eigene Phantasie, indische Mythologie und Abenteuerliteratur mit freimaurerischen Elementen. Da finden sich zunächst unmissverständlich die Titulierung ‚freies Volk’ – die Angehörigen des Freimaurerbundes definieren sich als ‚freie Männer von gutem Ruf’ – und die Anrede ‚Bruder’. Das ‚freie Volk’ hat bestimmte Gesetze: Jeder erwachsene Wolf darf sein eigenes Rudel formieren, so wie Logenneugründungen jedem Bruder offen stehen. Aber Neuaufnahmen sind nur mit der Zustimmung des gesamten Volkes möglich, wie es auch den Gesetzen der ‚Bruderkette’ entspricht. Das Für und Wider von Mowglis Aufnahme wird erörtert.“ – Und so weiter: „Mozart, Mowgli, Sherlock Holmes“, Verlag Löcker, 2013. Hier geht’s zu einer Rezension.

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Freimaurer im Fernsehen

„Ein Bund, der sich der Freiheit, der Gleichheit und der Toleranz verpflichtet hat“: So beschreibt ARTE unsere Ideale.

Für einer Serie mit Fünf-Minuten-Spots über „Europas geschlossene Gesellschaften“ produzierte der renommierte Kultursender Anfang 2016 auch eine Miniatur über die Freimaurer: als Gast einer Loge in Köln – mit ein paar Blitzlichtern auf das Ritual, das unseren Treffen ihr typisches Flair gibt.

Klar, dass dabei auch die freimaurerische Diskretion zur Sprache kommt. Nicht weil wir ein Geheimbund wären, was wir entgegen dem Klischee nicht sind, sondern weil dies vielen Menschen, wenn es um die Freimaurer geht, als erstes einfällt: unsere Verschwiegenheit. Diese hat nur einen Grund, erläutert Peter Pisters, Freimaurer in der Loge ‚Freimut und Wahrheit zu Cöln’ im ARTE-Film: „Wir sind verschwiegen nach außen, damit wir einen freien Raum nach innen schaffen, auf dass in der Loge jeder völlig frei sagen kann, was er denkt.“ Und was er fühlt, möchten wir hinzufügen. Genau so ist es.

Bis Anfang Juni 2016 war der ARTE-Spot im Netz zu sehen. Jetzt leider nicht mehr.

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