300 Jahre im ORF

Das Freimaurerjubiläum des Jahres 2017 spiegelt sich auch im Programm des Österreichischen Rundfunks wieder: im Fernsehen, im Radio und in ORF-Online. In allen drei Medien gab es mehrere Darstellungen der Freimaurerei. Wir möchten Ihr Augenmerk auf drei lenken, die sich mit der Freimaurerei im allgemeinen und mit der österreichischen im besonderen beschäftigt haben; drei Produktionen, von denen wir annehmen, dass sie über das Internet langfristig erreichbar sind:

Fernsehen ORF2 und ORFIII: Eine 45-Minuten-Dokumentation von Wolfgang Winkler: TV-Dokumentation „Die Freimaurer“

Radio Ö1: In der Sendung „Praxis – Religion und Gesellschaft“ ein ungefähr 20 Minuten langer Beitrag: Ö1-„Praxis“ über die Freimaurer

orf.at: Eine Gesamtschau mit verschiedenen Aspekten der Freimaurerei: orf.at über die Freimaurerei

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300 Jahre Freimaurerei

Die Freimaurerlogen feiern 2017 ein rundes Jubiläum: Im Jahr 1717, also vor genau 300 Jahren, wurde in London die erste Großloge der Welt gegründet, also der erste Logen-Dachverband. Auch wenn es schon zuvor Logen gab, gilt das Jahr 1717 heute als das Gründungsjahr der modernen Freimaurerei. Von London aus hat sich diese über die ganze Welt verbreitet.

Da die englische Freimaurerei beispielgebend für die meisten Logen der Welt geblieben ist, wird das Jubiläum nicht nur in England gefeiert, sondern überall auf der Welt. Auch in Österreich: für die Öffentlichkeit vor allem mit einer großen Freimaurerausstellung in der Nationalbibliothek in Wien, mit „einem Blick hinter die Kulissen dieser ebenso bekannten wie geheimnisvollen Bruderschaft“, wie es im MAGAZIN der Nationalbibliothek heißt.

Die Schau wurde von einem Nicht-Freimaurer organisiert, dem Kulturwissenschaftler und Ausstellungskurator Christian Rapp. Unsere Großloge hat ihn zwar wie auch andere mit Leihgaben unterstützt, die Letztentscheidung lag jedoch immer beim Veranstalter.

Besonders reizvoll daran ist auch der äußere Rahmen: Die Ausstellung befindet sich im barocken Prunksaal der Nationalbibliothek. Dieser stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert und ist somit ungefähr gleich alt wie die moderne Freimaurerei.

Nach der feierlichen Eröffnung der Ausstellung am 22. Juni durch Altbundespräsident Heinz Fischer strömten die Gäste in den Prunksaal:

Nähere Informationen: Freimaurer-Wiki: Ausstellung Wien 2017 und Österreichische Nationalbibliothek

Die Ausstellung dauert bis Anfang Jänner 2018.

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Über die Wiener Rauhensteingasse

Diese Gasse ist seit 1985 die Adresse der ‚Großloge von Österreich’: mitten im Zentrum Wiens nur wenige Gehminuten entfernt vom Stephansdom, dem ideellen Mittelpunkt der Stadt.

In ihrem im März 2017 erschienen Buch „Die Geheimnisse der Inneren Stadt – Verborgene Orte im Alten Wien“ (Metroverlag) widmen die Autoren Maria Mustapic und Günter Fuhrmann dieser Gasse ein ganzes Kapitel, eines von vierzehn. Und sie konzentrieren sich darin auf zwei „offene Geheimnisse“ der Rauhensteingasse, nämlich auf den Sitz der ‚Großloge von Österreich‘, was sie zum Anlass nehmen, das „Geheimnis“ Freimaurerei zu lüften. Und zweitens auf das Haus, in dem der Freimaurer Wolfgang Amadeus Mozart sein letztes Lebensjahr wohnte und 1791 starb; von diesem Gebäude ist allerdings nichts mehr übrig, nur eine Erinnerungstafel weist darauf hin.

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Wir Freimaurer verstehen den Menschen als „rauen Stein“, als charakterlich unvollkommenes aber verbesserbares Humanum also. Und so ist jeder Freimaurerbruder aufgerufen, aus seinem rauen Stein einen – wie es in der Freimaurersprache heißt – behauenen Stein zu machen, also einen charakterlich weniger unvollkommenen Menschen.

Wenn nun also die Großloge von Österreich in einer Gasse angesiedelt ist, die just „Rauhensteingasse“ heißt, könnte man meinen, die Stadt Wien habe die Gasse zu Ehren der Freimaurer so genannt. Aber dem ist nicht so. Während die Großloge erst ein paar Jahrzehnte hier angesiedelt ist, trägt die Gasse ihren Namen schon seit Jahrhunderten.

Aber woher kommt dann dieser Straßenname? Das ist nicht ganz klar. Und wie immer, wenn etwas unbestimmt ist, gibt es verschiedene Deutungen. In dem Buch sind sie nachzulesen – genauso wie vieles andere über die Rauhensteingasse und in weiteren dreizehn Kapiteln noch viel mehr über die „Geheimnisse“ der Wiener Inneren Stadt.

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Ein neues Handbuch zur Freimaurerei

Helmut Reinalter (Hg.) – Freimaurerei: Geheimnisse, Rituale, Symbole – Ein Handbuch. Salier-Verlag, Leipzig im April 2017.

Ein Buch von großer thematischer Breite und dennoch beachtlicher Tiefe, herausgegeben vom Innsbrucker Historiker und Freimaurerforscher Helmut Reinalter. Auf 170 Seiten werden 26 Stichwörter behandelt, die direkt oder indirekt etwas mit der Freimaurerei zu tun haben. Reinalter hat einige selbst geschrieben und zehn weitere hochrangige Autoren organisiert.

Das Handbuch versteht sich als Nachschlagewerk aber ebenso als Einführung in die wichtigsten Begriffe der europäischen Freimaurerei. Deren Substanz wird in den 26 Suchbegriffen, die jeweils nur wenige Seiten lang sind, kompakt erklärt. Dabei werden auch die kulturell-geistigen Strömungen der jeweiligen Zeit und ihre Wirkungsgeschichte berücksichtigt, wodurch sich dieses Buch durchaus von anderen masonischen Publikationen unterscheidet.

Es ist dies ein Werk, für das wir den etwas abgedroschenen Satz ohne Bedenken niederschreiben können, dass es in keiner Bibliothek fehlen sollte, jedenfalls in keiner, dessen Inhaber sich für die Freimaurerei interessiert.

Weitere Details zum Inhalt: Rezension Reinalter-Handbuch

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„Die Arbeit an sich selbst …“

… so der Großmeister der ‚Großloge von Österreich‘, Georg SEMLER, in der ORF-Fernsehsendung ‚erLesen’ auf die Frage von Moderator Heinz SICHROVSKY nach dem Sinn der Freimaurerei.

SEMLER: „Der Sinn liegt in der Arbeit an sich selbst durch jeden einzelnen Bruder, der Arbeit an der eigenen Persönlichkeit in Richtung unserer Grundwerte wie Humanität und Toleranz.“

SICHROVSKY: „Welche Erfolgsaussichten hat so etwas?“

SEMLER: „Man soll nichts unversucht lassen. Das gemeinsame Erleben im freimaurerischen Ritual hilft dabei. Es wirkt einerseits emotional indem es Geborgenheit und Vertrauen schafft, und andererseits intellektuell durch Vorträge, die dann durchaus kontrovers diskutiert werden können. Dabei liegt der Gewinn für den Einzelnen in der Erkenntnis, dass ein und dasselbe Thema ganz unterschiedlich betrachtet werden kann, dass es immer eine Vielfalt möglicher Antworten gibt.“

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SICHROVSKY: „Und was ist mit den Strategien zur Förderung der beruflichen Karriere oder der Geschäfte? Man liest immer wieder, die Freimaurer schieben einander die Posten zu?“

SEMLER: „Wenn das ein Mitglied erwartet, könnte ich ihm nur sagen, dafür gibt es viel besser geeignete Institutionen; bei uns wirst du schreckliche Enttäuschungen erleben. Die Freimaurerei richtet sich an den Einzelnen, an sein Gewissen, an seinen Intellekt, an seinen Charakter. Er soll sich durch die Impulse, die er bei uns erfährt, weiter entwickeln können. Das ist das einzige Anliegen der Freimaurerei.“

Dies ist eine kleine Auswahl dessen, was am 31. Jänner 2017 in der Sendung ‚erLesen’ im Kultur- und Informationsprogramm ORFIII zu hören war. Die Fragen und Antworten sind leicht gekürzt. Eingeladen wurde der Großmeister wegen der bevorstehenden 300-Jahr-Feiern überall auf der Welt in Erinnerung an die Gründung der ersten Großloge in London im Jahr 1717. Weitere Gäste waren die Buchautoren Andreas Englisch, Johannes Huber und Anneliese Rohrer. Außer um die Freimaurerei ging es um die Kirche, auch um deren Verhältnis zur Freimaurerei; um Politik und um so weitreichende Fragen wie die evolutionäre Zukunft des Menschen.

Bei YouTube kann man die ganze Sendung nachsehen (45 Minuten): TV-Sendung ‚erLesen‘ 31.1.17

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„Mozart und seine Wiener Netzwerke“

Das ist der Titel einer Ausstellung im Wiener Mozarthaus. Viele der Freunde und Förderer Mozarts waren Freimaurer, nachdem er 1781 von Salzburg nach Wien übersiedelt war. Und auch er selbst trat 1784 der Loge ‚Zur Wohltätigkeit‘ bei. Für seine Brüder komponierte er Freimaurermusik im engeren Sinn (Beispiel: Freimaurerkantaten) und im weiteren Sinn (etwa die Zauberflöte). Bis zu vierzig Prozent des Publikums in seinen Konzerten waren Logenmitglieder, berichtet Manfred Wagner, der Kurator der Ausstellung. Männer der Aufklärung waren das mit Beziehungen bis ganz hinauf zu Kaiser Joseph II. Sie hatten vor allem eines im Sinn: Sie wollten die Welt mit ihren neuen Ideen verbessern, also mussten sie diese unter die Leute bringen.

Typisch für Wien war, dass dies mit Hilfe der Kunst versucht wurde. Die Wiener Klassik war dafür die ideale Bühne, „die Sonaten und Sinfonien mit ihren dialektischen Themen und deren Diskussion in der Durchführung, die Inklusion des Tanzes in die Struktur, die Konfrontation von Individuum und Kollektiv im Instrumentalkonzert und schließlich die Oper, die an Menschenmodellen darstellte, was gelebte Aufklärung bedeutete“ (Manfred Wagner). In diesem hochkonzentrierten Netzwerk von Freimaurern und Nichtfreimaurern bewegte sich Mozart. Das fiel ihm nicht schwer. Angeleitet von seinem Vater scheute er schon als Kind keine Kontakte zu Künstlern, Intellektuellen, Verlegern, reichen Bürgern oder Adeligen.

Dies ist das Thema der Ausstellung „Mozart und seine Wiener Netzwerke. Ein Querschnitt“ im Mozarthaus in der Wiener Domgasse 5 gleich hinter dem Stephansdom. Sie dauert bis Mitte Jänner 2018. Eintritt 11 Euro.

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In der Ausstellung zu sehen: Kaiser Joseph II. am Spinett mit zwei seiner Schwestern, Josef Hauzinger, 1778. – Und rechts davon das berühmte unvollendete Bild „Mozart am Klavier“, gemalt von Joseph Lange, 1789. Lange (1751 bis 1831) war Mozarts Schwager. Sie kannten einander sehr gut, und es ist „vermutlich auch symbolisch richtig, dass das Ölgemälde nicht mehr vollendet wurde.“ (Manfred Wagner). Mozart starb zwei Jahre später im Alter von 35 Jahren. Foto: Mozarthaus Vienna/Eva Kelety

Link zum Mozarthaus

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Katholische Rosen

Unser Jubiläumsjahr fing gut an: mit einer Anerkennung von prominenter katholischer Seite. In seiner Neujahrsansprache würdigte der Erzbischof von Prag, Kardinal Dominik Duka, zuerst das diesjährige Luther-Jubiläum: 500 Jahre Thesenanschlag in Wittenberg. Und dann ganz überraschend auch das Jubiläum der ältesten Großloge, der Großloge von London. Sie wird heuer 300 Jahre alt, ein Ereignis, das in der ganzen Freimaurerwelt gefeiert wird.

Ins Deutsche übertragen sagte der Kardinal: „Zweihundert Jahre nach Martin Luther, im Jahr 1717, hegten in London spirituelle und intellektuelle Denker Zweifel, dass man die Welt nur mit dem Glauben auf der Grundlage der Bibel verbessern könne. Das war die Gesellschaft der Freimaurer. Sie reagierten auf die Lage nach dem 30-jährigen Krieg, der eine große Katastrophe war, vor allem auch für Mitteleuropa. Und sie sahen, dass die Zukunft zwar in den Händen des Weltarchitekten liegt, also des Schöpfers, dass sie aber ebenso von der Vernunft und der Toleranz der Menschen abhängt.“

Angesichts vieler Reibereien, die es in der Geschichte zwischen der Katholischen Kirche und der Freimaurerei gab, ist das eine bemerkenswerte Klarstellung durch einen ranghohen katholischen Würdenträger.

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Freimaurer-Dichtung aus vier Jahrhunderten

Heinz Sichrovsky (Hg.) – Als ich König war und Maurer – Eine Anthologie mit 90 Portraits von Oskar Stocker.

Zehn Jahre lang sammeln, sichten und sortieren – das Ergebnis von Sichrovskys Arbeitsfleiß kam im November 2016 auf den Büchermarkt: 600 Seiten Dichtung von Freimaurern entweder für den Logengebrauch oder durch Gegenstand, Symbolik und Wortwahl mit der Freimaurerei verbunden; vor allem Lyrik, hundert Seiten sind aber auch Prosa.

Große Namen wie Lessing, Goethe, Claudius, Heine, Puschkin, Tucholsky oder Rudyard Kipling sind darunter, alle waren Logenmitglieder; aber auch weniger geläufige wie Blumauer, Schönwiese oder Stephan Eibel-Erzberg. Zusammen sind es 124 Texte von 90 Autoren aus 21 Ländern.

Der ebenso überraschend wie sinnig gewählte Buchtitel ist aus der Nachdichtung von ‚The Palace‘ des englischen Dichters Rudyard Kipling (1865 bis 1936): When I was a King and a Mason …

Auf den ersten zwanzig Seiten des Buches erklärt Sichrovsky auch das Wesen der Freimaurerei und ihre Beziehung zur Literatur.

Viele Bücher sind heutzutage für eine Saison geschrieben. Wenige halten sich einige oder mehr Jahre lang. Dieses Buch hat das Zeug zu einem Longseller.

Heinz Sichrovsky ist ein Wiener Kulturjournalist und Fernsehmoderator. Sein Buch erschien im Innsbrucker Studienverlag und kostet 29,90 Euro.

Wer mehr wissen will: Hier im Freimaurer-Wiki

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Restitution von Nazi-Raubgut

Bayern übergab historische Bücher an die ‚Großloge von Österreich’.

Es sind zwar nur 27 Bücher, welche die Bayerische Staatsbibliothek am 16. September 2016 restituierte, aber diese Bände haben für die ‚Großloge von Österreich’ erheblichen Wert. Nicht nur einen historischen, weil einige immerhin aus den 1780iger Jahren stammen, als Bruder Mozart seine weltberühmte Freimaurermusik komponierte. Sie haben darüber hinaus auch einen ideellen Wert, sind sie doch ein weiteres Stück Wiedergutmachung nach dem Nazi-Terror, der 1938 auch die österreichische Freimaurerei vernichtete. Hitlers SS sperrte damals alle Logen zu, führende Freimaurer wurden verhaftet und alle mobilen Besitztümer abtransportiert; auch die zum Teil kostbaren alten Bücher.

Die wertvolle Bibliothek landete danach zerstreut im Irgendwo: große Teile in der Wiener Nationalbibliothek, die sie schon bald nach dem Krieg zurückgab. Manche Bücher fanden ihren Weg auch in die Bayerische Staatsbibliothek. Diese fahndet seit 2003 in ihren Beständen nach NS-Raubgut gemäß der Verpflichtung, die in Deutschland alle öffentlichen Institutionen „zur Auffindung und zur Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgutes“ eingegangen sind. 459 Bücher wurden gefunden, die Freimaurerlogen gehören; davon 27 der ‚Großloge von Österreich‘ und der Wiener Loge ‚Zukunft‘.

Feierliche Übergabe im Wiener Großlogenhaus durch Stephan Kellner (rechts) von der Bayerischen Staatsbibliothek an Großmeister Georg Semler:

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Ein Beispiel aus dem Bayernpaket: Franz August von Etzel – „Beschreibung der Säkular-Feier der Aufnahme Friedrich des Großen, Königs von Preußen, in den Freimaurer-Bund“ – Berlin 1838. Auch der Preußenkönig war also ein Freimaurer, vielleicht ein Grund dafür, dass Maria Theresia die aufgeklärte Logenbewegung eher skeptisch wahrnahm. Ganz anders ihr Sohn Joseph II.: Er war ihr gewogen.

Weitere Details: Hier und hier

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Europa zu Gast in Österreich

Juni 2016: Internationaler Großlogentag in Wien. Vertreter von dreiunddreißig Großlogen aus aller Herren Länder folgten Anfang des Monats unserer Einladung und kamen für zwei Tage nach Wien; die meisten aus europäischen Staaten. Einundzwanzig Großlogen waren sogar durch ihre jeweiligen Großmeister vertreten, allen voran der amtsführende Großmeister der ‚United Grandlodge of England’: Pro Grandmaster Peter Lowndes. Die Großlogen der einzelnen Länder sind zwar völlig autonom; keine steht über der anderen. Dennoch gilt die englische Großloge, die vor dreihundert Jahren gegründet wurde und damit die älteste der Welt ist, als beispielgebend: nicht in den vielen Details des freimaurerischen Alltags, sondern wie sie ihre freimaurerischen Grundsätzen versteht und lebt. Daran orientieren wir uns genau so wie alle anderen Großlogen, die zu dieser Familie gehören.

Auf dem Programm des Großlogentages standen: eine gemeinsame freimaurerisch-rituelle Arbeit, ein ausgiebiger Meinungs- und Erfahrungsaustausch in größeren und kleineren Diskussionsrunden, ein festliches Dinner und natürlich ein Heuriger. Wie bei jeder internationalen Konferenz ging es auch hier nicht nur um die unmittelbare, formalisierte Begegnung, sondern vor allem auch um das gegenseitige Kennenlernen zur anhaltenden Erleichterung der informellen Kommunikation über alle Grenzen hinweg.

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Das Ritual mit allen Insignien einer besonders festlichen Freimaurerarbeit im Dachgeschoß des Wiener Logenhauses: In der Mitte der sogenannte „Hammerführende“, also der Vorsitzende, in diesem Fall der österreichische Großmeister Georg Semler. In seiner Begrüßung der ausländischen Gäste betonte er das traditionelle Selbstverständnis der ‚Großloge von Österreich’ als Brückenbauerin. Als eine der ältesten Großlogen im Herzen Europas sei es ihr immer ein Anliegen gewesen, zwischen unterschiedlichen freimaurerischen Strömungen zu vermitteln und Freimaurer über alle Grenzen hinweg zusammen zu bringen. Durch den Fall des Eisernen Vorhangs und die Neuordnung Europas seien die Österreicher in den letzten Jahren besonders gefordert gewesen: Die jungen osteuropäischen Großlogen brauchten Unterstützung aus dem Ausland, und „wir waren glücklich helfen zu können. Die Großloge von Österreich war ganz vorne mit dabei.“

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Ansprache des englischen Pro Grandmasters Peter Lowndes: Er bedankte sich im Namen aller Gäste für die Einladung und überbrachte die besonderen Grüße seines Großmeisters, des Herzogs von Kent (ein Cousin Königin Elisabeths). Auch er erinnerte in seiner Rede daran, wie sehr sich die Freimaurerei in Europa seit 1990 durch die Ostöffnung und die vielen neuen Staaten verbreitert hat. 1990 habe es in Europa 18 von der Vereinigten Großloge von England anerkannte Großlogen gegeben, jetzt seien es 47. Natürlich habe diese Expansion auch zu Spannungen und Problemen geführt, aber das meiste sei durch die Bedachtnahme auf freimaurerische Prinzipien und den guten alten Hausverstand gelöst worden.

Details zum grundsätzlichen Verständnis des freimaurerischen Rituals weiter oben auf dieser Website in der Rubrik WIR FREIMAURER.

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Ganz ohne Insignien: Eine der Konferenzen zum Austausch unterschiedlicher Meinungen und Erfahrungen.

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Festliches Dinner gemeinsam mit ebenfalls angereisten Ehefrauen und Partnerinnen.

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Und schließlich noch eine lustige Tour zum Heurigen nach Grinzing in historischen Straßenbahnwaggons, Baujahr 1928. Das ist ziemlich lange her. Und dennoch war die junge österreichische Großloge damals schon zehn Jahre alt. Die neugegründete Republik und deren modernes Vereinsrecht hatten es 1918 möglich gemacht. Mehr darüber weiter oben auf dieser Website in der Rubrik DIE GROSSLOGE.

Weitere Details: hier

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