Wort Freimaurer

Vom englischen „freemason“: eine sogenannte Lehnübersetzung, also die Übertragung eines Doppelwortes aus dem 18. Jahrhundert ins Deutsche. Am Anfang hieß es noch „Freymaurer“ und in der Mehrzahl „Freymäurer“, doch bald nur noch Freimaurer. Zugegeben: Es ist eine nicht sehr glückliche Übersetzung, weil das Wort „Maurer“ in uns das unstimmige Bild eines Mannes entstehen lässt, der Ziegel auf Ziegel schichtet: ein „bricklayer“. Stimmig wäre die Vorstellung eines Bildhauers, der einen Stein mit verschiedenen Werkzeugen künstlerisch bearbeitet. Das englische Wort „mason“ bedeutet je nach Kontext das eine oder das andere: Steinbildhauer oder Maurer. Und woher kommt der Wortbestandteil „frei“? Manche Historiker sagen von „free stone“. Das ist ein weicher Sandstein, der in England aber auch hierzulande beim Bau der gotischen Dome eingesetzt wurde, ganz besonders für die Gestaltung der plastischen Elemente. Andere führen das „frei“ darauf zurück, dass die Arbeit der alten Dombaukünstler nicht streng reguliert sondern eine Art freies Kunstgewerbe war. Beide Erklärungen weisen jedenfalls darauf hin, dass es nicht um den Maurer im heutigen Sinn ging sondern um den Steinmetz oder Steinkünstler. Es hätte also bessere Übersetzungen gegeben. Aber wir heißen nun einmal Freimaurer und leben seit drei Jahrhunderten damit.

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