Berühmte österreichische Freimaurer

Für einen Freimaurer ist es eigentlich bedeutungslos, welche bis heute berühmten und bekannten Menschen zu seinen brüderlichen Vorfahren zählen. Da wir jedoch wissen, dass dies viele Menschen interessiert, nennen wir hier alphabetisch einige Namen und ordnen sie den Epochen zu, in denen es in Österreich Freimaurer gab. So eine Liste ist zwangsläufig irgendwie willkürlich. Dennoch widerstehen wir der Versuchung, sie weiter zu verlängern.

18. Jahrhundert und die Jahrzehnte danach

  • Ignaz von Born (1742-1791): Intellektueller und Naturforscher; Stuhlmeister der berühmten Loge ‚Zur wahren Eintracht’.
  • Franz Stephan von Lothringen (1708-1765): Kaiser des römisch-deutschen Reichs und Gemahl Maria Theresias. Er war noch als Prinz im holländischen Haag von englischen Freimaurern in eine Loge aufgenommen worden, in Wien dann aber kaum aktiv.
  • Josef Haydn (1732-1809): Der berühmte Komponist wurde 1785 in die renommierte Wiener Loge ‚Zur wahren Eintracht’ aufgenommen.
  • Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791): Mitglied der Wiener Loge ‚Zur Wohltätigkeit‘. Er komponierte viel freimaurerische Musik (u.a. „Gesellenreise“, „Die Maurerfreunde“, „Maurerische Trauermusik“, „Eine kleine Freimaurer-Kantate“, „Zum Schluss der Loge“); auch die ‚Zauberflöte’ gilt als Freimaureroper. Bald nach dem Sohn wurden auch der Vater Leopold Mozart und später auch der Sohn Franz Xaver Wolfgang aufgenommen.
  • Emanuel Schikaneder (1751-1812): Schauspieler und Theaterdirektor; er schrieb das Libretto für die Zauberflöte.
  • Angelo Soliman (ca. 1721-1796): zuerst schwarzafrikanischer Sklave, später in Wien einflussreiche Persönlichkeit und Freimaurer.
  • Joseph von Sonnenfels (1733-1817): Reformer und Universalgeist; er erreichte noch unter Maria Theresia, dass die Folter abgeschafft wurde.
  • Mitte des 19. Jahrhunderts: Franz Liszt (1811-1886). Der aus dem Burgenland stammende Komponist und Pianist war ab 1841 Mitglied mehrerer Logen in Deutschland; in Österreich war die Freimaurerei in jener Zeit verboten.

1871 bis 1918: Wiener Logen in Ungarn („Grenzlogen“)

  • Alfred Adler (1870-1937): Arzt, anfangs Psychoanalytiker im Umfeld Sigmund Freuds, ab 1910 Begründer der Individualpsychologie.
  • Hermann Bahr (1863-1934): Dramatiker, Schriftsteller, Kritiker (u.a. „Neues Wiener Tablatt“)
  • Carl Millöcker (1842-1899): Operettenkomponist (z.B. „Der Bettelstudent“).
  • Alexander von Zemlinsky (1871-1942): Komponist, Dirigent, Theaterdirektor; Lehrer von Arnold Schönberg.
  • Carl Michael Ziehrer (1843-1922): Komponist (23 Operetten und 600 Tänze).

Erste Republik: 1918 bis 1938

  • Alfred Hermann Fried (1864-1921): pazifistischer Schriftsteller; Friedensnobelpreis 1911.
  • Fritz Grünbaum (1880-1941; gestorben im KZ Dachau): Kabarettist, Autor von Operetten und Schlagern.
  • Ferdinand Hanusch (1866-1923): sozialdemokratischer Sozialpolitiker in Wien.
  • Felix Salten (1869-1945): österreichisch-ungarischer Schriftsteller; weltbekannt durch die Erfindung des „Bambi“.
  • Leo Slezak (1863-1946): international gefeierter Opernsänger („Heldentenor“) und Schauspieler (viele Filme).
  • Julius Tandler (1869-1936): Arzt und sozialdemokratischer Sozialpolitiker in Wien.

Zweite Republik: seit 1945

  • Karlheinz Böhm (1928-2014): Schauspieler und Entwicklungshelfer (Äthiopien).
  • Milo Dor (1923-2005): österreichischer Autor serbischer Herkunft, Übersetzer, Mitglied der (Dichter-)Gruppe 47.
  • Gottfried von Einem (1918-1996): Komponist, vor allem Opern (z.B. „Der Besuch der alten Dame“ nach einem Stück von Dürrenmatt).
  • Alexander Giese (1921-2016): Kulturjournalist und Schriftsteller (Romane; auch zwei Freimaurer-Sachbücher). 1975 bis 1987 Großmeister der Großloge.
  • Otto Grünmandl (1924-2000): Kabarettist und Volksschauspieler aus Tirol.
  • Rudolf Hausner (1914-1995): Maler und bedeutender Vertreter der Wiener Schule des Phantastischen Realismus.
  • Georg Kreisler (1922-2011): Komponist, Sänger, Dichter und Kabarettist; Meister des schwarzen Humors. Seit 1943 US-Bürger.
  • Jörg Mauthe (1924-1986): Journalist, Schriftsteller und als Stadtrat der Volkspartei Kulturpolitiker in Wien.
  • Fritz Muliar (1919-2009): Schauspieler aus Wien; viele Filme.
  • Fred Sinowatz (1929-2008): Sozialdemokrat, Bildungsminister und dann österreichischer Bundeskanzler.
  • Erich Sokol (1933-2003): Grafiker, Illustrator, Karikaturist (u.a. ORF, Kronenzeitung, Playboy).
  • Friedrich Torberg (1908-1979): Schriftsteller (u.a. „Tante Jolesch“) und Übersetzer Ephraim Kishons.
  • Hugo Wiener (1904-1993): Kabarettist, Komponist, Autor, Pianist.
  • Helmut Zilk (1927-2008): TV-Journalist, Sozialdemokrat und später Bürgermeister von Wien.

Die Aufzählung dieser Namen widerspricht nicht dem Diskretionsgebot, nach dem jeder Freimaurer nur sich selbst outen darf. Diese Regel gilt für verstorbene Mitglieder nicht, weil sie bei Toten keinen Sinn mehr hat.

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