Rituale und Symbole

Symbole wie der Zirkel und das Winkelmaß: die wohl bekanntesten Freimaurerzeichen. Sie werden bei unseren regelmäßigen rituellen Zusammenkünften aufgelegt und sollen uns daran erinnern, worum es geht, nämlich um das Arbeiten an uns selbst: jeder Freimaurer für sich, ohne Druck und ohne Zensur von oben.

Dabei symbolisiert der Zirkel die ganz persönliche Humanität jedes Bruders, in die alle Menschen eingeschlossen sein sollen. Und der rechte Winkel steht für Recht, Gerechtigkeit und Redlichkeit. Diese uralten Symbole werden überall verstanden. Im Gegensatz zu penibel formulierten Normen bieten sie die Möglichkeit individueller Interpretation und Anpassung an die Veränderungen des Lebens.

Über diese Zusammenhänge, über Rituale und Symbole, hat sich ein Bruder aus dem nahen Bayern interessante Gedanken gemacht und diese in einem kurzen Essay niedergeschrieben. Hier: Rituale, Symbole und Mythen

Aus dem Essay zitiert: „Symbolisierung ist die Leistung des menschlichen Denkens schlechthin, denn sie ist das, was Kultur ermöglicht. Im Symbol schafft sich der Mensch einen Abstand zu seiner Gemütsverfassung, weil eine Abstraktion vom Sinneseindruck möglich ist. … Daraus ergibt sich dann das, was wir Sinn oder Sinnstiftung nennen.“

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Bruder Mowgli

Das Dschungelbuch ist Kult: vor allem auch wegen des legendären Walt-Disney-Film aus dem Jahr 1967. Mitte April 2016 läuft in den Kinos eine Neuverfilmung des zeitlosen Klassikers an: die Geschichte vom Findelkind Mowgli, das im Urwald bei Wölfen aufwächst; diesmal kein Zeichentrickfilm sondern ein Realfilme auch für Erwachsene.

Der britische Autor und Nobelpreisträger Rudyard Kipling schrieb den ewigen Bestseller vor mehr als hundert Jahren. Er war Freimaurer, und das ist in vielen seiner Werke zu spüren: so auch im Dschungelbuch.

Heinz Sichrovsky, ein Wiener Kulturjournalist, beschreibt das in seinem Buch „Mozart, Mowgli, Sherlock Holmes – Die Königliche Kunst in Musik und Dichtung der Freimaurer” im Detail: „Was passiert da? Ein verirrtes, von einem Tiger gejagtes Kind, kaum erst des Gehens mächtig, sucht instinktiv Schutz bei einer Wolfsfamilie. Die will den Knaben Mowgli gern ins ‚freie Volk der Wölfe’ aufnehmen, aber die Wölfe nehmen nicht jeden auf … In den ‚Dschungelbüchern’ mischt Kipling, wie es seine Gepflogenheit ist, eigene Phantasie, indische Mythologie und Abenteuerliteratur mit freimaurerischen Elementen. Da finden sich zunächst unmissverständlich die Titulierung ‚freies Volk’ – die Angehörigen des Freimaurerbundes definieren sich als ‚freie Männer von gutem Ruf’ – und die Anrede ‚Bruder’. Das ‚freie Volk’ hat bestimmte Gesetze: Jeder erwachsene Wolf darf sein eigenes Rudel formieren, so wie Logenneugründungen jedem Bruder offen stehen. Aber Neuaufnahmen sind nur mit der Zustimmung des gesamten Volkes möglich, wie es auch den Gesetzen der ‚Bruderkette’ entspricht. Das Für und Wider von Mowglis Aufnahme wird erörtert.“ – Und so weiter: „Mozart, Mowgli, Sherlock Holmes“, Verlag Löcker, 2013. Hier geht’s zu einer Rezension.

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Freimaurer im Fernsehen

„Ein Bund, der sich der Freiheit, der Gleichheit und der Toleranz verpflichtet hat“: So beschreibt ARTE unsere Ideale.

Für einer Serie mit Fünf-Minuten-Spots über “Europas geschlossene Gesellschaften” produzierte der renommierte Kultursender Anfang 2016 auch eine Miniatur über die Freimaurer: als Gast einer Loge in Köln – mit ein paar Blitzlichtern auf das Ritual, das unseren Treffen ihr typisches Flair gibt.

Klar, dass dabei auch die freimaurerische Diskretion zur Sprache kommt. Nicht weil wir ein Geheimbund wären, was wir entgegen dem Klischee nicht sind, sondern weil dies vielen Menschen, wenn es um die Freimaurer geht, als erstes einfällt: unsere Verschwiegenheit. Diese hat nur einen Grund, erläutert Peter Pisters, Freimaurer in der Loge ‚Freimut und Wahrheit zu Cöln’ im ARTE-Film: “Wir sind verschwiegen nach außen, damit wir einen freien Raum nach innen schaffen, auf dass in der Loge jeder völlig frei sagen kann, was er denkt.” Und was er fühlt, möchten wir hinzufügen. Genau so ist es.

Bis Anfang Juni 2016 war der ARTE-Spot im Netz zu sehen. Jetzt leider nicht mehr.

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Klein aber fein

Was? Was ist klein aber fein? Alles mögliche … ganz sicher aber auch die Buchhandlung ‚Zum rauhen Stein’ in der Wiener Rauhensteingasse nicht weit vom Stephansdom, dem Zentrum der Stadt. Klar: Bücher kann man in jedem Buchgeschäft kaufen oder bestellen. Gegenüber dem Wiener Logenhaus gibt es jedoch eines, das auf freimaurerische Literatur spezialisiert ist: ein kleiner intimer Raum in einem alten Haus mit einer besonderen Atmosphäre für alle, die sich für Freimaurerliteratur interessieren. Und was bemerkenswert ist: Mit fachkundiger Beratung, die logischerweise hier am besten möglich ist.

Doch das ist nicht alles. Neben den Büchern gibt es in der kleinen aber feinen Buchhandlung auch einen Non-Book-Bereich mit allerlei masonischen Preziosen, die das Leben verschönern: von Manschettenknöpfen, Schreibgeräten, Schmuck und so weiter bis hin zu Kunstwerken. Und vieles kann auch online bestellt werden. Über diese Website: Buchhandlung ‘Zum rauhen Stein’

Durch einen Eigentümerwechsel zur Jahreswende 2015/16 ist der Bestand des Shops weiter gesichert. Und das ist gut so, ist das kleine masonische Buchgeschäft doch im deutschen Sprachraum einzigartig. Und so nimmt es nicht wunder, dass es oft auch von Gästen von überall her aufgesucht wird: Wo auf der Welt sie wohl stehen, die nice Souvenirs from the lovely viennese freemasons store!?

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Blumen aus England

März 2016: Der renommierte englische Freimaurer John Acaster berichtet im englischen Freimaurer-Magazin ‚The Square’ von einem Besuch in unserem Wiener Logenhaus. John Acaster ist ein britischer Freimaurerforscher; er bekleidete in der englischen Freimaurerei verschiedene hohe Ämter. Die folgenden Zeilen sind eine leicht gekürzte Übertragung seines Artikels ins Deutsche:

„Das Logenhaus in der Rauhensteingasse ist ein sehr privater Ort, wie es sich ziemt für die im Vergleich zu den englischen Gebräuchen sehr zurückhaltende Großloge von Österreich. Es ist auch ein Kontrast zu den manchmal etwas heruntergekommenen englischen Logenhäusern. Die Räume wirken gepflegt, an den Wänden hängen Kunstwerke, die Technik funktioniert. Die Wiener Freimaurerei scheint in guten Händen zu sein, und man sagte mir, sie expandiert.

Ihre goldene Periode erlebte die österreichische Freimaurerei in den 1780igern. Unter der Führung von Ignaz von Born stießen Künstler, Wissenschaftler und andere interessante Männer aus allen Schichten zu den Freimaurern. Das gab es auch in Paris und in London. Aber während die englischen Logen ebenso überlebten wie die britische Monarchie, wurden die kontinentaleuropäischen bald politisch unterdrückt und verboten.

Der Kampf für die masonischen Werte war auf dem Kontinent oft sehr bitter. Die Nazis ermordeten mehr als hundert österreichische Freimaurer, und über sechshundert mussten flüchten. Am ersten Freimaurertreffen nach dem Zweiten Weltkrieg konnten nur 48 Brüder teilnehmen.

Aber wie ist die österreichische Freimaurerei seit damals gewachsen! Mit fast achtzig Logen und dreieinhalbtausend Mitgliedern steht sie nun auf einem festen Fundament, bei dem Qualität vor Quantität geht. Ihr munterer Geist ist gut spürbar im 2015er-Jahrbuch der Forschungsloge ‚Quatuor Coronati’. Es umfasst 475 Seiten. In ihnen habe ich erfahren, dass die Texte vieler der besonders berührenden Schubert-Lieder vom Leipziger Freimaurer Wilhelm Müller stammen.“

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Vom rauen Stein am Wiener Logenhaus

Ein Wegweiser zu dem, was Freimaurerei will: Statt eines Namensschilds der Großloge hängt am Haus Nr. 3 in der Wiener Rauhensteingasse oberhalb des Eingangs ein grober kubische geformter Stein. In unserer Sprache ist das der „raue Stein“, eines der wichtigsten Freimaurersymbole. Es steht für das eigentliche Ziel der Freimaurer: aus dem rohen Stein, der man selbst ist, einen “behauenen” zu machen, also einen vollkommeneren Stein.

Die Metapher vom rauen Stein, den der Freimaurer zu verschönern hat, spielt in der masonischen Symbolwelt eine große Rolle, bringt sie doch das, was Freimaurerei letztlich sein soll und im Idealfall auch ist, auf den Punkt: Es geht darum, durch die vom gemeinsamen freimaurerischen Ritual unterstützte Arbeit an sich selbst ein besserer Mensch zu werden. Dieses “an sich selbst” ist besonders wichtig: Im Gegensatz zu häufigen alltäglichen Verhaltensweisen geht es nicht darum, die Anderen zu verbessern, sondern sich selbst. Aber wie jeder weiß, ist so ein Stein ziemlich hart: Es geht daher nur millimeterweise; aber es geht.

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Deutschland: Zwei Freimaurerfreunde sind nicht mehr

Die mit der österreichischen Großloge freundschaftlich verbundene ‘Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland’ (AFuAMvD) verleiht regelmäßig Ehrenpreise an besonders verdienstvolle Persönlichkeiten. Ende 2015 sind zwei bekannte Preisträger verstorben: Am 10. November Helmut Schmidt, ehemaliger Kanzler der Bundesrepublik, und am am 19. Dezember der berühmte Leipziger Dirigent Kurt Masur.
Helmut Schmidt war von 1974 bis 1982 Bundeskanzler. Ihm hat die AFuAMvD im Jänner 2015 den Gustav-Stresemann-Preis für sein Lebenswerk überreicht. Hier Ausschnitte aus seiner Danksagung, in der auch zur Freimaurerei Stellung nimmt.
 
 
Kurt Masur hatte 2012 den Kulturpreis der AFuAMvD verliehen bekommen und diesen schon schwer gezeichnet von einer Parkinson-Krankheit entgegen genommen. Auch er geht in seiner Dankesrede auf seine ganz persönliche Beziehung zur Freimaurerei ein. Kurt Masur war nicht nur ein weltbekannter Musiker, er hatte bei der deutschen Wende im Jahr 1989 auch eine beispielhafte Rolle gespielt: Am 9. Oktober, dem Tag der Montagsdemonstrationen in Leipzig, gehörte er zu den sechs prominenten Bürgern, die den Aufruf “Keine Gewalt!” verfassten. Das war mutig, richtete sich der Appell doch vor allem an den DDR-Staat selbst und an dessen Polizeikräfte. Es war noch keineswegs klar, wie diese reagieren würden. Aber es ging alles gut. Der Aufruf trug maßgeblich zum friedlichen Verlauf der deutschen Wende bei.
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Freimaurermuseum Rosenau: Musik hören und sehen

Freimaurermuseum Rosenau bei Zwettl im niederösterreichischen Waldviertel: Dieses Schlösschen aus dem frühen 18. Jahrhundert 150 km von Wien und 100 km von Linz entfernt beherbergt heute ein Hotel samt Restaurant sowie ein Museum über die Freimaurerei in Geschichte und Gegenwart. Alle zwei Jahre wird eine neue Freimaurerausstellung geboten. 2015/16: ‘Die Maurerey und die Musik’. Öffnungszeiten und sonstige Informationen: Website Rosenau

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