Freimaurermuseum Rosenau: Sonderausstellung 100 Jahre

HOFFNUNG ➤ VERNICHTUNG ➤ NEUBEGINN … 100 Jahre Freimaurerei in Österreich.

Am Ende des Ersten Weltkriegs im Herbst 1918 zerfiel das von den Habsburgern regierte Vielvölkerreich Österreich-Ungarn in seine nationalen Einzelteile. Einer dieser Teile wurde die Republik Österreich, eine Demokratie mit einem modernen Vereinsrecht, wodurch die Gründung von Freimaurerlogen möglich wurde.

HOFFNUNG: Schon wenige Wochen nach Kriegsende übersiedelten Logen, die von Österreichern im diesbezüglich liberaleren Ungarn gegründet worden waren, nach Wien und bildeten hier eine Großloge. Die Zeit der freimaurerischen Hoffnung begann. Die neue österreichische Freimaurerei wuchs in den folgenden Jahren auf fast 2.000 Mitglieder an.

VERNICHTUNG: Leider dauerte diese Zeit der Hoffnung nur bis in die frühen 1930er Jahre. Durch erste Repressionen im austrofaschistischen Regime ging die Zahl der Brüder auf weniger als die Hälfte zurück. Und als dann 1938 die Nazis auch in Österreich an die Macht kamen und das Land an Hitler-Deutschland anschlossen, begann die Zeit der Vernichtung. Diese dauerte bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945.

NEUBEGINN: Ein paar Monate nach dem Krieg trafen sich im zerstörten aber wieder selbständigen Land gerade einmal ein paar Dutzend überlebende Freimaurer: zuerst in Kärnten und in Wien. Die kleine Gruppe schaffte einen Neubeginn, der nach einiger Zeit parallel mit der langsamen Erholung des Landes in ein Wachstum überging, das bis heute anhält.

Die Sonderschau zeichnet diese Entwicklung mit vielen Exponaten und mit moderner Museumsdidaktik nach: im Freimaurermuseum Schloss Rosenau bei Zwettl in Niederösterreich – täglich von 9 bis 17 Uhr.

Ein Ausschnitt aus dem Folder für die Ausstellung: Vor dem Wiener Parlament wird am 21. Oktober 1918 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung die Republik ausgerufen. Vieles kommt nun in Bewegung, und so wird am 8. Dezember auch die Großloge von Österreich gegründet. Großmeister wird der Anwalt Richard Schlesinger. Er leitet die Großloge zwanzig Jahre lang und stirbt 1938 im Nazi-Gefängnis. – Rechts das schöne Schloss Rosenau im Waldviertel mit Museum, Restaurant und Hotel.

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Schweigeminute für März 1938

Vor genau 80 Jahren im März 1938 wurde von den Nazis nicht nur der Staat Österreich aufgelöst, sondern auch die österreichische Freimaurerei ausgelöscht.

Am 13. März 1938, also nur einen Tag nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Österreich, begann ein aus Berlin nach Wien eingeflogenes „Freimaurer-Sonderkommando“ der SS mit der Verhaftung führender Freimaurer und mit dem Diebstahl von Logeneigentum.

Am Tag danach wurden alle österreichischen Stuhlmeister von der Gestapo vorgeladen. Die Nationalsozialisten befahlen die Auflösung aller Logen und beschlagnahmten die Logenvermögen. Der schwerkranke Großmeister Richard Schlesinger geriet in Gestapo-Haft, an deren Folgen er am 5. Juni, unter Polizeiaufsicht stehend, starb.

80 Jahre danach gedachten die 75 Logen der ’Großloge von Österreich’ dieses traumatischen Ereignisses in einer Schweigeminute. Damit wollen wir – so Großmeister Georg Semler in einem Brief an alle 75 Stuhlmeister – „an das Leid der Brüder erinnern, von denen viele in Konzentrationslagern ermordet wurden”.

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Richard Schlesinger, Großmeister von 1918 bis 1938:

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Deutlich mehr als 200.000!

So viele Menschen strömten im zweiten Halbjahr 2017 in den Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek zur Freimaurer-Ausstellung: jeden Tag mehr als tausend Besucher.

Generaldirektorin Johanna Rachinger: „Mit über 200.000 Besucherinnen und Besuchern ist die Ausstellung ’300 Jahre Freimaurer – Das wahre Geheimnis’ eine der erfolgreichsten Ausstellungen der Österreichischen Nationalbibliothek. Ich freue mich sehr über dieses große Interesse und bedanke mich bei der Großloge von Österreich für die gute und professionelle Zusammenarbeit.“

Und Großmeister Georg Semler: “Der Prunksaal der Nationalbibliothek hat sich als idealer Ort für die große Ausstellung erwiesen. Entstanden am Beginn des Zeitalters der Aufklärung versinnbildlicht dieser wunderbare Saal gleichsam auch die Vernunft als Prinzip freimaurerischen Denkens. Das enorme Interesse der Öffentlichkeit und der Medien bestätigte eindrucksvoll, wie richtig und wichtig die Entscheidung war, die große Schau über unsere Geschichte aber auch über unser Selbstverständnis zu ermöglichen. Wir danken Frau Generaldirektorin Rachinger dafür. Die Wahrnehmung des Bundes in der Öffentlichkeit ist dadurch deutlich anders und vor allem wohlwollender geworden.“

Link: Reaktionen der Besucher

Am 7. Jänner kamen die letzten Besucher, und am 8. wurde das Plakat über dem Haupteingang der Nationalbibliothek eingeholt, um Platz für das nächste zu machen: „650 Jahre Nationalbibliothek“ (seit 26.1.).

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300 Jahre: Das Finale in London

1717: In diesem Jahr trafen sich in London im Gasthaus ’Goose and Gridiron’ vier Freimaurerlogen. Sie vereinbarten, künftig zusammenzuarbeiten und leiteten die Gründung einer Großloge ein: die erste der Welt. Das war der Startschuss für die moderne Freimaurerei.

2017: Dreihundert Jahre danach gedachten die Freimaurer auf der ganzen Welt dieses Treffens mit einer Kette von Feiern, die am 31. Oktober 2017 in London ihren Höhepunkt erreichten. Auf Einladung der ’Vereinigten Großloge von England’ trafen sich mehr als viertausend Freimaurer in der Royal Albert Hall unter dem Vorsitz des englischen Großmeisters, des Herzogs von Kent, zu einem rituellen Festakt.

Als Ehrengäste geladen waren die Großmeister aller 160 Großlogen, mit denen die englische Großloge weltweit Beziehungen unterhält. 136 folgten der Einladung, so auch Georg Semler, Großmeister der ’Großloge von Österreich’.

Weitere Informationen: Bericht des Großmeisters
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Wien: Hommage an Bruder Nikos Kazantzakis

Nikos Kazantzakis (1883 – 1957) war einer der bedeutendsten und weltweit am meisten übersetzten griechischen Schriftsteller des zwanzigsten Jahrhunderts. Weltberühmt wurde er durch seinen Roman Alexis Sorbas, der 1964 mit Anthony Quinn in der Titelrolle verfilmt wurde. Unvergessen die Schlussszene, in der Sorbas, nachdem die von ihm mit großer Leidenschaft gebaute Materialseilbahn hinauf zum Bergwerk bei der Jungfernfahrt wie ein Kartenhaus zusammen gebrochen war, mit dem sensiblen Dichter Basil den berühmten Sirtaki tanzt.

Freimaurer wurde Nikos Kazantzakis im zarten Alter von 24 Jahren in Athen. Auf seinen Wanderjahren verbrachte er auch einige Zeit in Wien.

Anlässlich seines 60. Todestages wurde er in Wien im Metro-Kino mit einem dreitägigen Kazantzakis-Festival geehrt: drei vom Pianisten Christos Marantos gestaltete Kazantzakis-Abende mit Vorträgen, Musik (u.a. mit einer Uraufführung), Literatur und den Filmen Alexis Sorbas, The Last Temptation of Christ und eine Film-Doku über Leben und Werk: Details hier.

Dem vorausgegangen war ein internes Symposion der Großloge über Kazantzakis.

Der Grabstein Kazantzakis’ in Iraklio auf Kreta: „Δεν ελπίζω τίποτα. Δε φοβούμαι τίποτα. Είμαι λέφτερος.“

„Ich erhoffe nichts. Ich fürchte nichts. Ich bin frei.“ (Foto: Hartmut Riehm)

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Wien-Meidling: „Freimaurerische Grafik im Kleinformat“

So heißt eine Ausstellung im Bezirksmuseum Wien-Meidling, in dem vor allem freimaurerische Exlibris gezeigt werden. Exlibris sind postkartengroße oder noch größere „Eigentumszeichen“ aus Papier, oft kleine Kunstwerke, die in Bücher hineingeklebt werden, damit klar ist, wem das Buch gehört. Sie waren vor allem früher üblich als Bücher noch kostbar gewesen sind.

Die Ausstellung zeigt aus den Beständen von Sammlern vor allem historische Exlibris, die einen Bezug zur Freimaurerei haben: entweder indem sie Freimaurer gehörten oder von Freimaurer-Künstlern gestaltet wurden oder freimaurerische Motive zeigen.

Darüber hinaus sind in der Ausstellung aber auch verschiedene freimaurerische Gegenstände und Texttafeln zu sehen, welche das Wesen der Freimaurerei erklären.

Ein Exlibris des weltberühmten Wiener Psychoanalytikers Alfred Adler (1870–1937), der in Abgrenzung zu Sigmund Freud die Individualpsychologe entwickelte. Er war vor dem Ersten Weltkrieg Mitglied der (Grenz-)Loge Pionier. Sein Exlibris ist eine 125 mal 172 Millimeter große Radierung, gestaltet vom Künstler Jakob Bayer.

Bezirksmuseum Wien-Meidling, Längenfeldgasse 12A (U4/U6); So 9.30-11.30 und Mi 9.00-12.00 und 16.00-18.00 Uhr

Exlibris Ausstellung im Museum Meidling
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Bruder Mozart: Alle seine Logenlieder

Die Salzburger Hofmusik feiert 2017 25 Jahre. Ihr Jubiläumskonzert widmete sie am 15. September dem berühmtesten Sohn der Stadt: dem Freimaurer Wolfgang Amadeus Mozart, und zwar allen Freimaurerkompositionen des Musikgenies jenseits der Zauberflöte. Je nach Zählweise sind es elf oder zwölf, vorwiegend Kantaten.

Auf ihrer Website schreibt die Hofmusik: „In seinen letzten Jahren in Wien komponierte Mozart eine Fülle an Musiken für die Verwendung innerhalb der Freimaurerlogen. Diese faszinierenden Stücke sind heute so gut wie nie in den Konzertsälen zu hören. Die Salzburger Hofmusik spielt auf historischen Instrumenten sämtliche Freimaurer-Kompositionen Mozarts (mit Ausnahme der „Zauberflöte“). Durch die Verwendung von Instrumentarium aus jener Zeit gewinnen die Kantaten, Lieder und Instrumentalstücke zusätzlich an Wärme, Deutlichkeit und Spritzigkeit.“

Diese Musik gibt es auch auf CD. Details: Mozarts Logenmusik

Weitere Informationen auf der Website der Salzburger Hofmusik

Die variabel zusammengesetzte Salzburger Hofmusik widmet sich vor allem Werken aus dem 17. bis ins frühe 19. Jahrhundert. Der Name des Ensembles geht auf die alte Hofkapelle des Salzburger Fürsterzbischofs zurück. Salzburg war bis 1803 ein selbständiges Fürsterzbistum. Dann kam Napoleon, und nachdem das vorüber war wurde das Land unter den Habsburgerkaisern ein Teil Österreichs.

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300 Jahre in den Zeitungen

Wenn man in der zweiten Junihälfte 2017 österreichische Zeitungen zur Hand nahm, konnte man den Eindruck gewinnen: Überall wird über den geheimnisvollen Bund berichtet. Der Anlass war natürlich die Ausstellung der Österreichischen Nationalbibliothek über 300 Jahre Freimaurerei, die wiederum von der Gründung der ersten Großloge der Welt in London im Jahr 1717 inspiriert worden war:

Link zur Freimaurer-Ausstellung.

Für die österreichischen Freimaurer war das mediale Interesse eher ungewohnt. Abgesehen von dieser Website präsentieren sich unsere Logen kaum nach außen. Und auch die österreichischen Medien beschäftigen sich nur selten mit der Freimaurerei.

Durch die Ausstellung in der Nationalbibliothek war das plötzlich anders, wobei die meisten Zeitungen dies zum Anlass nahmen, nicht nur über die Ausstellung selbst zu berichten, sondern auch über die Freimaurerei im allgemeinen.

Der folgende Link führt zu einem Überblick. Er ist keineswegs vollständig, er dokumentiert nur die wichtigsten Berichte:

300 Jahre Freimaurerei in den Medien.

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300 Jahre im ORF

Das Freimaurerjubiläum des Jahres 2017 spiegelt sich auch im Programm des Österreichischen Rundfunks wieder: im Fernsehen, im Radio und in ORF-Online. In allen drei Medien gab es mehrere Darstellungen der Freimaurerei. Wir möchten Ihr Augenmerk auf drei lenken, die sich mit der Freimaurerei im allgemeinen und mit der österreichischen im besonderen beschäftigt haben; drei Produktionen, von denen wir annehmen, dass sie über das Internet langfristig erreichbar sind:

Fernsehen ORF2 und ORFIII: Eine 45-Minuten-Dokumentation von Wolfgang Winkler: TV-Dokumentation “Die Freimaurer”

Radio Ö1: In der Sendung „Praxis – Religion und Gesellschaft“ ein ungefähr 20 Minuten langer Beitrag: Ö1-“Praxis” über die Freimaurer

orf.at: Eine Gesamtschau mit verschiedenen Aspekten der Freimaurerei: orf.at über die Freimaurerei

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300 Jahre Freimaurerei

Die Freimaurerlogen feiern 2017 ein rundes Jubiläum: Im Jahr 1717, also vor genau 300 Jahren, wurde in London die erste Großloge der Welt gegründet, also der erste Logen-Dachverband. Auch wenn es schon zuvor Logen gab, gilt das Jahr 1717 heute als das Gründungsjahr der modernen Freimaurerei. Von London aus hat sich diese über die ganze Welt verbreitet.

Da die englische Freimaurerei beispielgebend für die meisten Logen der Welt geblieben ist, wird das Jubiläum nicht nur in England gefeiert, sondern überall auf der Welt. Auch in Österreich: für die Öffentlichkeit vor allem mit einer großen Freimaurerausstellung in der Nationalbibliothek in Wien, mit „einem Blick hinter die Kulissen dieser ebenso bekannten wie geheimnisvollen Bruderschaft“, wie es im MAGAZIN der Nationalbibliothek heißt.

Die Schau wurde von einem Nicht-Freimaurer organisiert, dem Kulturwissenschaftler und Ausstellungskurator Christian Rapp. Unsere Großloge hat ihn zwar wie auch andere mit Leihgaben unterstützt, die Letztentscheidung lag jedoch immer beim Veranstalter.

Besonders reizvoll daran ist auch der äußere Rahmen: Die Ausstellung befindet sich im barocken Prunksaal der Nationalbibliothek. Dieser stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert und ist somit ungefähr gleich alt wie die moderne Freimaurerei.

Nach der feierlichen Eröffnung der Ausstellung am 22. Juni durch Altbundespräsident Heinz Fischer strömten die Gäste in den Prunksaal:

Nähere Informationen: Freimaurer-Wiki: Ausstellung Wien 2017 und Österreichische Nationalbibliothek

Die Ausstellung dauert bis Anfang Jänner 2018.

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